Anz In The Panz
geschrieben von golly am 23.4.2017 spät, spät in der Nacht oder besser: früh, früh am Morgen

„Anz in the Panz“, vier Jungs aus Regensburg, stellten am Samstag in einer Weltpremiere die Songs ihres demnächst erscheinenden Debütalbums vor und zeigten vor vollem Haus, dass sie seit ihrem ersten O’wei-Auftritt vor etwa zwei Jahren zu einer bemerkenswerten Band reiften. Allein schon der Mut zu Eigenem beweist, dass die Freunde am selben Strang ziehen und sich gut verstehen. Wie viel Arbeit im Schaffen eines selbst komponierten und selbst getexteten Programm steckt, kann man nur erahnen – es scheint aber sehr viel zu sein, denn allein schon der mehrstimmige Gesang zeugt von großem Knowhow und vor allem auch von Geschmack. Dazu kommt, dass alle vier zu vorzüglichen Instrumentalisten gereift sind.
Dass das Ganze mit ursprünglichem Rock’n’Roll nicht mehr allzu viel zu tun hat, fällt nicht so sehr ins Gewicht – schließlich waren auch die Beatles anfangs eine veritable Rock’n’Roll-Mannschaft. John, George, Paul und Ringo werden von „Anz In The Panz“ übrigens zutiefst verehrt und Ben, Markus, Matthias und Julian covern gleich mehrere Beatles-Nummern: mit Liebe zum Detail und nahe am Original. Die Stimmung im Publikum, das sich – selten genug – aus allen Altersschichten zusammensetzte, konnte nicht besser sein.

Anz in the Panz
geschrieben von golly am 24.5.2015 um 02:57

„Rock’n’Roll 4 ever“ haben sich die vier Jungs von der Gruppe „Anz in the Panz“ auf ihre stolz präsentierte Fahne geschrieben. Sie beendeten mit einem scheinbar obsoleten und dennoch taufrisch wirkenden Konzept am vergangenen Samstag eine überaus erfolgreiche Kneipenbühnen-Saison. Nicht nur, dass die extrem junge Band Songs spielte, die so alt sind, dass sie von den Beatles in deren frühen Jahren schon gecovert wurden (Long Tall Sally von Little Richard etwa), „Anz in the Panz“ fassten den Begriff Rock’n’Roll sehr weit und wurden damit ihrem Slogan mehr als gerecht, der ja Unsterblichkeit impliziert. Neben Klassikern von Eddie Cochran, Jerry Lee Lewis, Bill Haley, Chuck Berry, Ben E. King († 30.4.2015) und natürlich Elvis Presley präsentierte das Quartett nämlich Hits von Pink Floyd, den Beatles, Kenny Loggins, Canned Heat, den Rolling Stones, Steppenwolf, Lou Reed, ZZTop, Eagles, Aerosmith, Buffalo Springfield, und „Jet“ (einer australischen Garage-Rock-Band), und zeigte – noch etwas ungeschliffen, jedoch mit großem Charme –, dass eine Musikrichtung, die weit über sechzig Jahre alt ist, immer noch so putzmunter wirken kann wie in ihren Gründungsjahren. Dabei stach der Gitarrist Markus "Mirgl" Hiltl mit stilsicheren, präzisen Soli hervor, aber auch Bassist Matthias "Matt"Hofmann, der zusammen mit dem fetzigen Schlagzeuger Julian "Juli" Höchbauer groovte, was das Zeug hielt, konnte voll und ganz überzeugen, zumal er am Piano hin und wieder Glanzpunkte setzte – einmal sogar ein wenig mit dem legendären „Jerry-Lee-Lewis-Fuß“. Ben Groß schließlich, der sich die Rock’n’Roll-Seele aus dem Leib sang, brachte mit dem einen und anderen Harpsolo zusätzliche Farbe ins spannende musikalische Geschehen und wurde ganz lässig und nebenbei auch dem Gestus eines Rock’n’Roll-Stars durchaus gerecht. Er, der als Frontmann das Gesamtbild rundete, wurde von dezenten Backing Vocals seiner drei Mitstreiter übrigens vorzüglich unterstützt. Was Wunder, wenn da im Publikum spontan ein ums andere Mal brennende Kerzen und Feuerzeuge geschwenkt wurden. Der Zugabeteil gipfelte in einer Version von “Hey Jude“, bei der die Zuhörer kräftig mitsangen und so mancher Sternspeier seine Funken versprühte.